Dienstag, 1. Mai 2012

MM* 1 - Sonett von Reinhold Schneider

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An die Mutter des Herrn
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Wenn ohne Trost dahin die Seelen schwinden
Und deines Sohnes mächtig Wort verweht,
So läßt du unser zagendes Gebet
Und unsre Schmerzen eine Heimat finden.
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Du bist die Mutter auch der Scheu'n und Blinden,
Die nie zu dir und deinem Sohn gefleht;
Da durch ein Herz das Schwert der Liebe geht,
So muß es dich und deinen Sohn empfinden.
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In tiefer Not wirst du sein Reich erbauen;
Wenn sich Verlorne an die Mutter schmiegen,
So ist des Sohnes Herrlichkeit nicht fern.
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Die Blinden dürfen gläubig aufwärts schauen,
Du wirst das Herz, das Antlitz übersiegen,
Und mit der Mutter finden wir den Herrn.
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*MM: Mini-Maiandacht ... gucken, lesen, kurz innehalten ...

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