Samstag, 26. Mai 2012

Hans Küng: Die Weihen vom Donaudampfer sind ungültig

Tiefe Sorge treibt, das wissen wir dank Südwestpresse seit einigen Tagen, Hans Küng um: Die Sorge um die Einheit der Kirche, die Sorge um einen schismatischen Akt des Papstes. Und die Sorge, ungültig geweihte Priester könnten in die Kirche eingegliedert werden. Denn die Priester der Piusbruderschaft seien nicht nur unerlaubt, sondern auch ungültig geweiht. Was allerdings kaum am Weiheritus liegen kann.
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Ungültig geweiht? Was würde das bedeuten? Gelinderenfalls wäre dann die Messe eines Piusbruders nicht viel mehr ist als eine Wortgottesfeier mit außerordentlicher Choreographie-- also sozusagen Ringelpiez, nur eben ohne Anfassen und auf Latein.
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Allerdings könnten dann auch Christine Mayr-Lumetzberger und Ida Raming (und die weitere bestolte Damenwelt) ihre Meßutensilien (ggf. mitsamt Bischöfinnenmützen) wieder wegpacken.
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Schließlich - nehmen wir einmal an, Küng läge richtig - gilt: Gleiches Recht für alle, ergo gleiche Ungültigkeit bei allen, oder? Ach ja, in den reform- und kirchenvolksbewegten Medien schien mir Küngs Position schnurstracks auf Zustimmung zu stoßen, vielleicht etwas voreilig ...

1 Kommentar:

Marcus, der mit dem C hat gesagt…

Was Küng da zusammenfabuliert ist hanebüchen. Sein Hauptargument ist, da Papst Paul VI. den Weiheritus änderte und damit den bisherigen außer Gebrauch nahm, wäre die Weihe ungültig aufgrund der Verwendung des "falschen Ritus". Es liegt allenfalls ein sanierbarer Formfehler vor, der Ritus in sich kann nicht defekt sein, weil er jahrhundertelang der vorgeschriebene und gültige Ritus war. Ein Intentionsmangel ist auch nicht erkennbar, ein Fehler in der Materie ist auch nicht augenscheinlich, anders im Falle der Donaudampferfete.

Wer an der Gültigkeit des Weiheritus von 1962 und vorher rüttelt, legt die Axt an Jahrhunderte von Bischofsweihen. Folge wäre wohl, daß keine gültigen Sukzessionslinien im Geltungsbereich des Lateinischen Ritus übrig blieben, damit wäre aber Küng auch kein Priester, denn er hätte keinen gültig geweihten Bischof als Weihespender gehabt.