Dienstag, 29. Mai 2012

Benedikt, der Buhmann, und der Geist des Papstes Johannes

In der Schweiz rumorte es zuletzt wieder ein wenig, nachdem das Bistum Chur unter Bischof Vitus Huonder zu den sogenannten "Pfarrblättern" auf Distanz gegangen war. Dazu muß man wissen, daß es  in der (deutschsprachigen) Schweiz nicht die bei uns üblichen Pfarrblättchen der einzelnen Gemeinden gibt. Stattdessen bekommt jedes Kirchenmitglied über die Schiene der staatsrechtlich installierten und von den Diözesen verhältnismäßig unabhängigen Kirchenverwaltungen eine Kirchenzeitungen zugestellt. Diese "Pfarrblätter" bestehen aus einem regional orientierten Mantelteil und aus Seiten, zu denen die einzelnen Ortsgemeinden Inhalte beisteuern. Dies alles muß nicht zwingend den Vorstellungen des jeweiligen Diözesanbischofs entsprechen.
.
Zu diesen Publikationen zählt auch Kirche heute, das Römisch-katholische Pfarrblatt der NordwestschweizUnter dem Titel Der Geist, der den Schwachen auf die Beine hilft bringt die Zeitung in seiner Pfingstausgabe einen durchaus lesenswerten Artikel über Paulus und die Grundlinien im Römerbrief.
.
Als ich die Seiten mit den Beiträgen der einzelnen Kirchgemeinden überflogen habe, bin ich über das folgende "Pfingstgebet" gestolpert ... es stammt von einem Theologen, welcher in besagter Pfarrei arbeitet, und spielt u.a. mit einigen Passagen der Pfingstsequenz und dem nahenden Konzilsjubiläum:
.
Veni Sancte Spiritus
Komm herab, o Heiliger Geist
Reisse Tür und Fenster auf
wie einst in Jerusalem
und in Rom
Geist des Papstes Johannes
.
Brich das Rigide auf
Vertreibe den Winter
Lass uns aufstehen und hintreten
wie Petrus
Befreie dein ungesagtes Wort in unserem Mund
Dass das Leben nicht erstickt
.
Und entwinde, Geist der Freiheit,
den Unglückspropheten deine Kirche
und gib sie deinem Volk zurück,
der du auf alle herabgekommen bist
.
Und lass in diesem Jahr,
im Fünfzigsten - pentekoste -
Pfingsten - werden!
.
Nun kann jeder davon halten, was er mag. Ich meinesteils vermute, aber das ist reine Spekulation, daß Papst Johannes, könnte er heute zur Kirche sprechen, sich auf die Seite von - ich meinesteils verstehe diesen Text nämlich so: Buhmann - Benedikt (Rigide? Wintermäßig? Lebenserstickend? Unglücksprophetisch? Kirche-an-sich-reißend?) stellen würde. Oremus pro Papa nostro.

Keine Kommentare: