Sonntag, 8. April 2012

Wochenendschau ... Ostergottesdienste, Orgeln und Örgelchen

Ostersonntagabend, zwei wunderbare Ostergottesdienste habe ich hinter mir, einen noch vor mir. Ostern hat für mich gestern in Etzgen, einem kleinen Weiler an der deutsch-schweizerischen Grenze, begonnen. Dort feiert die Priesterbruderschaft St. Petrus in der Bruderklausenkapelle regelmäßig die Heilige Messe; für die Osternacht war ich als Organist angefragt und ... 
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... na ja, Truhenorgeln mit vier Registern (Gedackt 8', Rohrflöte 4', Prinzipal 2' und Larigot 1 1/3')  sind normalerweise nicht so mein Ding, vor allem, wenn man zum Gloria der Osternacht eingangs festlichst präludieren soll, aber ich habe dem Örgelchen, hoffe ich mal, einige passende Töne entlocken können (Gedackt und Rohrflöte hatten zum Glück eine recht satte Klangfülle, was bei diesen Platzsparorgeln nicht unbedingt selbstverständlich ist).
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Als ich ankam, knisterte nebst der Kapelle bereits das Osterfeuer ...
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Vier verschiedene Gewandungen benötigt der Priester für eine Osternachtsfeier im außerordentlich-römischen Ritus: einen violetten Rauchmantel für die Zurüstung der Osterkerze, eine weiße Dalmatik für die Prozession und das Osterlob, einen weißen Rauchmantel für die Erneuerung der Taufgelübde und eine weiße Kasel für das eucharistische Opfer. Hier war schon mal ein Teil vorbereitet; die Grillzange - rechts oben im Bild - hatte allerdings keine liturgische Funktion.
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Und wenn das nächste Bild etwas prickelnder geraten wäre, könnte man P. Dieter Biffart FSSP beim Singen des Exsultet auch erkennen.
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Einige verwegene Damen unserer Basler Schola haben sich dann schwer ins Zeug gelegt und so ziemlich alles gesungen, was zu singen ist; die Cantica nach den Lesungen, den Tractus Sicut cervus desiderat ad fontes, den Tractus der Messe und natürlich die österlichen Laudes, dazu noch die erste Choralmesse.
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Die Bruderklausenkapelle hat im guten Sinn ein wenig den Charme eines Diaspora-Kirchleins - das hat aber auch den Vorteil, daß man bei allem "ganz nah dran" sein kann (es sei denn, man ist Organist und hütet hinten das Örgelchen).
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Heute dann Osterhochamt in St. Antonius in Basel, wie immer an Hochfesten konnten wir die große Orgel mit drei Manualen nutzen, für den Organisten natürlich eine ganz besondere Osterfreude, die weitlich ausgeschlachtet wurde. 
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Bei der Ostersequenz konnte ich es mir im Fortgang nicht verkneifen, von einer gewöhnlichen Begleitung zu eine Art Improvisation überzugehen. Glücklicherweise war sich die Schola ihres Parts so sicher, daß dies für keine Irritationen sorgte. Die hallige Kirchenakustik hat diesen verhalten impressionistischen Flöten- und Streicherklängen sehr gut getan; ich liebe es! Proprium, erste Choralmesse, erstes Choralcredo, ein paar zünftige Osterlieder und vorab eine Runde Vidi aquam ... was will man mehr? Morgen geht's nach Laufenburg; da steht dann eine schöne Metzler-Orgel - Laudate Dominum ... laudate eum in chordis et organo!
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