Donnerstag, 5. April 2012

Steh auf und iß - Gründonnerstag

Elias ging ...
... in die Wüste eine Tagereise weit. Er kam und setzte sich unter einen Ginsterbusch. Da wünschte er zu sterben. Er sprach: "Es ist genug. Nimm, Herr, jetzt mein Leben! Denn ich bin nicht mehr wert als meine Väter".
Dann legte er sich hin und schlief unter einem Ginsterbusch. Da berührte ihn ein Engel und sprach zu ihm: Steh auf und iß! Er schaute. 
Pfarrkirche St. Cosmas und Damian,
Jechtingen am Kaiserstuhl
Da war zu seinen Häupten ein gerösteter Kuchen und ein Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin. 
Da kam des Herrn Engel zum zweiten Mal, berührte ihn und sprach: "Steh auf und iß! Sonst ist der Weg für dich zu weit".
Da stand er auf, aß und trank, und ging in der Kraft dieser Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb (1 Kön 19, 4-8).
Wir kennen sicher alle diese Erzählung, die gerne eucharistisch gedeutet wird. Und wir finden uns in den geschilderten Ereignissen irgendwie wieder. Wir schauen in die Welt und sind desillusioniert, wie Elias. Wir spüren unsere eigene Unzulänglichkeit und die der Menschen, die um uns sind. Wie oft möchten wir die Flinte ins Korn werfen ...
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Christus aber, am Abend vor seinem Leiden, das ist heute, am selben Abend, in dem er angsterfüllt im Garten Gethsemane nach dem Vater rufen wird, am Abend, da der Verräter naht, am Abend der Gefangennahme, der Geißelung, der Verleugnung, an einem Abend, an dem wir die Flinte ins Korn werfen würden, ...
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... an einem solchen Abend spricht Christus: "Nehmt und esst alle davon, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird".
Da kam des Herrn Engel zum zweiten Mal, berührte ihn und sprach: "Steh auf und iß! Sonst ist der Weg für dich zu weit".
Unser Weg ist weit. Aber nicht mehr zu weit. Und jene Strecke des Weges, die wir nicht gehen können, wird Christus für uns gehen.

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