Samstag, 24. März 2012

My weekly Wochenschau ... Woche 12

Sonntag ... Laetare ... Eine Messe, voll von Bewegung: "Freue dich, Jerusalem, kommt alle zusammen, die ihr es liebt" (Introitus) - "Wie freute ich mich, da man mir sagte: Wir ziehen zum Haus des Herrn" (Graduale) - "Jerusalem, ... Gottes Stämme wallen dort hinauf, zu preisen Deinen Namen, Herr" (Communio) ... Wohin hinauf? Zur heiligen Stadt, "Jerusalem, das von oben stammt" (Lesung), der Kirche! Von unten, von den Menschen, kann keine Kirche wachsen, ein Verein vielleicht oder schlimmstenfalls eine Sekte. Die Kirche aber wächst von Christus den Menschen zu, lädt ein, nimmt auf. Als Antwort im Schlußlied: Ein Haus voll Glorie schauet
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Sonntagabend ... genug gefreut. Der Spiegel schlägt auf den Trierer Bischof Stefan Ackermann ein (bei Elsa nachzulesen) und liefert dabei ein Musterbeispiel für Tendenzschmiere, indem er unter anderem schreibt, auf "einem Kongress in Rom" hätten sich neulich "ranghohe Katholiken mit dem Missbrauchsskandal" beschäftigt. Der grammatikalische Anschluß des darauf folgenden Satzes ist nun sehr interessant: "Denn die zahlreich bekannt gewordenen Fälle ... haben die katholische Kirche ... mehr als zwei Milliarden Dollar ... gekostet". Bekanntermaßen leitet die Konjunktion "denn" einen Hauptsatz ein, der den Grund für das angibt, was zuvor festgestellt wurde. Was also versucht das Magazin dem Leser vorzuspiegeln? Die Kirche habe einen Kongress veranstaltet, weil die Kosten aus dem Ruder liefen! Der Gedanke, es könne mehr dahinter stecken als der pure Mammon, darf erst gar nicht aufkommen. Vielleicht ist solch argumentative Engführung aber auch dem Umstand geschuldet, daß man sich beim Spiegel den Rest der Welt nicht anders denken kann als den eigenen Schweinestall.
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Montag ... das Hochfest des heiligen Joseph - eine gute Gelegenheit, wieder einmal an die Erzbruderschaft vom heiligen Joseph für die Sterbenden zu erinnern. Wer nicht nur jammern, wenn Menschen (mitunter sehr plötzlich) aus dem Leben gerissen werden, sondern für diese Menschen auch geistlich etwas tun möchte, kann sich gerne hier kundig machen und anmelden. Ite ad Joseph, geht hin zu Joseph (Ex 41, 55) ... wobei ich den Heiligen daran erinnern möchte, daß ich ihm mit einem Anliegen jetzt auch schon eine ganze Weile auf die Pelle rücke.
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Dienstags oder mittwochs habe ich mir diese Seite mal auf anderen Browsern angeschaut. Ich mag's ja gerne etwas aufgeräumt, was man womöglich nicht glauben würde, sähe man das gelegentliche Anwachsen eines Wäschebergs im Schlafzimmer, den Dauerzustand meines Arbeitszimmers oder das aktuelle Chaos auf dem Küchentisch. Ist aber trotzdem so. Jedenfalls habe ich diese Seite auf meinem derzeitigen Hausbrowser Google Chrome eingerichtet; und alles ist am rechten Fleck. Doch im Internet-Explorer fangen bestimmte Einträge an, aus den gesetzten Rahmen zu schwabbeln, und Firefox variiert die Titelzeilen in tumben Buchstaben anstelle der gewählten Schrifttype. Beide Browser verteilen überdies den Blogtitel, der mittig ziemliche exakt die Breite der Seite füllen sollte, auf zwei Zeilen. Offenbar spielen die Folgen der Erbsünde sogar in Layoutfragen hinein. Ich seufze mit dem Rest der Schöpfung, wobei dem Rest der Schöpfung dieses Darstellungsproblem wahrscheinlich ziemlich schnuppe ist.
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Manchmal wundert man sich über jene unbegreiflichen Abgründe, die sich bei Frauen, mit denen man sich eigentlich gut zu verstehen glaubt, urplötzlich auftun können. In einem tranfunzligen Moment habe ich es jedenfalls versäumt, einer Kollegin, die mir halbwegs auf den Fuß folgte, eine Tür aufzuhalten, worauf die mittelprächtig ausgerastet ist. Bei jüngeren Semestern hätte ich es der Biologie in die Schuhe geschoben, aber hier scheint ein anderer Groll gezündet zu haben. Aber welcher? Sei's drum, der Donnerstag war eh nicht mein Tag.
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Und am Freitag dann diese Rede! Keine Frage, um Joachim Gauck wurde in letzter Zeit ein gewaltiger Wirbel entfacht, alle Augen blickten gespannt auf den neuen Bundespräsidenten. Keine leichte Situation. Und was machte Gauck daraus? Eine Sonntagsrede. Quasi die offiziöse Bestätigung des Verdachts, das Amt des Bundespräsidenten sei das des ersten Grüß-Augusts seines Staates. Was für Themen hätten aufgegriffen werden können, nicht zuletzt auf dem Hintergrund der Vorgeschichte dieser nicht gerade planmäßigen Vereidigung. Aber die Politprominenz bekommt zu hören, was zu hören sie nicht stört. Und die Medien bekommen zu hören, was zu hören sie nicht stört. Unter alles die Vokabel "Freiheit" kräftig unterrührt, ein wenig abendländischen Geist über alles gestreut und der Braten multikulturell garniert. Alle Anwesenden dürfen sich auf die Schulter geklopft fühlen bis auf die ohnehin nicht geladenen Nazis, für die der übliche antifaschistische Grundkonsens erneut wohlfeil zelebriert wird. Demokratie ist toll und wir brauchen mehr Europa, und offenbar ist damit genau jenes Europa gemeint, wie wir es jetzt schon haben, aber nie darüber abstimmen durften.
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Gaucks Rede klingt so verheißungsvoll, wie ein Fertiggericht auf der Packung aussieht. Wer es allen recht machen will, macht nichts richtig.
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Samstag ... welches Album das bessere sei, "das von Madonna oder das von Lady Gaga", fragt der Moderator von DRadio Kultur, während ich in der chaosfreien Ecke meines Küchentischs ein Brötchen schmiere. Mann, ist das Abendland zwischenzeitlich gaga ...

1 Kommentar:

Freiburgbärin hat gesagt…

Ich hab's gewußt. Die letzte Woche war schlimm. Dass sie so schlimm war, hätte ich nicht für möglich gehalten. :)
Mach weiter so!