Samstag, 17. März 2012

My weekly Wochenschau ... Woche 11

Sonntagabend ... kann man beim Zähneputzen Karies kriegen? Ja, wenn einem DRadio Kultur zeitgleich erzählt, daß sich Hans Küng und Thomas Gottschalk im Berliner Kino Babylon getroffen haben. Da trifft also der Stutzer den eitlen Gecken oder der eitle Geck den Stutzer und beide reden über Gott, die Welt und über Jesus, der sich, so die Welt einen Tag später, laut Küng nicht für den Sohn Gottes gehalten habe. Also könnte mir dieser Jesus doch eigentlich egal sein, Weltverbesserer kommen und gehen. Gilt auch für Hans Küng.


Also ist mir lieber Küng egal. Montagmorgen im Bus ... der Reporter von DRadio Kultur war fies genug, Küngs neues Buch mehr oder weniger als Neuauflage jener Kapitel über Jesus Christus zu denunzieren, die Küng in den Siebzigern bereits in Christ sein veröffentlicht hat. Seltsam, daß sich keiner so recht drüber aufregt. Wenn Benedikt XVI. Jesus-Bücher schreibt, fehlt im Chor der Kritik schließlich auch nie das Verdikt, der Papst bewege sich im Rahmen einer Annodunnemal-Exegese. Oder hat sich da seit vierzig Jahren sowieso nichts mehr getan? Lässt sich Unglaube eigentlich steigern? 


Dienstag ... 28 Tote, davon 22 Schulkinder beim Busunglück in der Schweiz. Glauben wird da ungemütlich ... Psalm 43 zur Non:
Erwach! Was schläfst Du, Herr? Wach auf! (Verwirf uns nicht für immer!) Warum verhüllest Du Dein Angesicht, denkst nicht an unsere Pein und Not? Gebeugt zum Staub ist unsere Seele, zu Boden unser Leib gedrückt ... 
Mir fällt eine Passage aus Rahners Schrift Von der Not und dem Segen des Gebetes ein, tröstet zwar auch nicht wirklich, vermittelt aber eine Ahnung. Gott halte sich wenigstens jetzt nicht hinterm Berg und nehme sich der Opfer und deren Angehöriger an.


Mittwoch ... die Badische Zeitung berichtet, Erzbischof Zollitsch habe mit einigen Kirchzartener Feuerwehrmännern Benedikt XVI. eine Freiburger Papstbank vorbei gebracht. Die Kommentare der üblich Verdächtigen halten sich diesmal zumindest zahlmäßig erstaunlich in Grenzen, mein Lieblings-Atheist fällt sogar voll und ganz aus. ... abends: "Wer Reval raucht, frisst kleine Kinder" heißt es landläufig. Ich aber sage: Wer Reval raucht, wird ausgeplündert, zumindest in der Kneipe ... "Gibts die noch? Kann ich mal?" und so fort. Demnächst besser Luckys oder so, oder aufhören, worauf ich allerdings allein schon diverser Tugendwächter wegen (ganz gleich, ob fromm bestallt oder nur gesundheitsapostolisch wahnbewegt) keinen Bock habe. 


Donnerstag ... wieder im Bus, der letzte Morgenkurs direkt ins Industriegebiet gibt Gas, als gerade jene Straßenbahn einrollt, in der auch ich gelegentlich sitze, wenn ich spät dran bin. Heute war ich freilich zeitig zum Umsteigen da. Irgend ein Hiphop-Azubi belagert trotzdem meinen Stammplatz im Heck. Von einem anderen Sitz habe ich genau den richtigen Blickwinkel, um plötzlich eine Frau zu erspähen, die dem (im wahrsten Sinn des Wortes) schon weit fortgekommenen Bus hinterherrennt. Ich kenne sie vom Sehen, sie nimmt auch oft diese Linie und die Bahn davor. Stimmbänder spannen, durch den Bus gebrüllt, und, Wunder? Der Fahrer hält an. Ich gehe nach vorn, es gelingt mir, ihn zum Warten zu überreden und dazu, die Frau auch außerhalb einer Haltestelle einsteigen zu lassen. Den Hinweis, er hätte die Bahn abwarten können, verkneife ich mir, obwohl er tatsächlich zu früh losgefahren ist. 


Vielleicht ist es manchmal besser, an das Gute zu appellieren, als mit Vorwürfen zu operieren oder gar Versagen zu thematisieren. Beim Aussteigen ruft mir die Frau dankbar zu, ich hätte "ihren Tag gerettet". Und vielleicht hat die Aktion auch mein wieder mal zerstreutes Morgengebet wett gemacht? Jedenfalls fand ich das unterwegs sehr erquicklich.


Freitag ... wer rettet eigentlich meine Tage? Nachmittags ist mein Tagwerk etwas aus dem Ruder gelaufen, das Ergebnis einer Mischung aus Inkompetenz meinerseits und Inkompetenz der anderen Seite. Ein glücklicher Start ins Wochenende sieht danach jedenfalls anders aus. 


Samstag ... das Leben ist zu schade für Fertiggerichte am laufenden Meter, also habe ich ein Rezept ausprobiert, Duvcek-Reis oder so ähnlich und den Fisch dazu, der seit Mittwochabend im Kühlschrank vor sich hin taute und den ich gestern schon essen wollte. Eigentlich bin ich etwas zögerlich bei verderblichen Lebensmitteln, aber nachdem diese Woche rauskam, welche unanständig hohen Mengen an Essen hierzulande weggeschmissen werden, habe ich den Fisch doch noch gebraten und lebe bislang noch. Was mir überdies die Möglichkeit verschafft, weiterhin zu bloggen, nachdem mich so viele schöne Kommentare auf der Vorgängerseite dazu ermuntert haben - Danke!!!


Also weiterbloggen ... da mich Konzept und Design der alten Seite zuletzt nicht mehr recht überzeugten und gewünschte Änderung dort nicht realisierbar schien, bin ich nun hierher gezogen. Pro Spe Salutis soll künftig optisch frischer, einen Deut subjektiver und etwas persönlicher daherkommen; zudem stimmen nun Seitenadresse und Blogname überein.  


In aller Kürze: Hier meldet sich Andreas aus Freiburg, beschäftigt in der, sagen wir mal, Kommunikationsbranche, noch immer Organist im Nebenjob bei den "Tridentinern", eher katholisch-konservativ gebacken und inter mundanas varietates hin und wieder angefressen ... Allen Lesern, neuen wie alten, ein herzliches Willkommen!


Sonnabend, die Glocken haben den Sonntag längst eingeläutet ... Lætare!
Gibt uns Christus das Angenehme, dann wollen wir es hinnehmen als Erquickung unterwegs, auf daß wir, wenn Gott ruft, in der Kraft dieser Speise vierzig Tage und vierzig Nächte gen Horeb, den Berg Gottes, wandern (sel. John Henry Kard. Newman).

Kommentare:

Bellfrell hat gesagt…

Schön, daß es nun doch weiter geht!
Blogroll ist schon korrigiert.
Liebe Grüße
Bellfrell

Admiral hat gesagt…

.... Und da binnich! :-)

Braut des Lammes hat gesagt…

Me three, and add to your mailing list ;)

Arminius hat gesagt…

Was erwartest Du vom DRadio? Heute morgen habe ich in den Nachrichten des Deutschlandsfunks (derselbe Haufen) gehört, daß die Christen in Ägypten unterdrückt fühlen(, also rein subjektiv abgeschlachtet werden).

Freiburgbärin hat gesagt…

Alles Gute und Gottes Segen im neuen Bloggerheim.
Hier das obligatorische Geschenk: Brot und Salz (Fastenversion :) )

Lauda Sion hat gesagt…

sieht schick aus ;)

Stanislaus hat gesagt…

Schön, daß es weitergeht - auch von mir! Dann schreib mal weiter fleißig drauf los. Kommst Du denn jetzt auch zum Freiburger Bloggertreffen?

tradi.nl hat gesagt…

prima,dass du uns nicht abhanden gekommen bist! gruesse aus amsterdam.